Warum liegen derzeit kleine braune „Hülsen“ auf unseren Grüns?
Vielleicht sind sie Ihnen in den vergangenen Tagen schon aufgefallen: kleine braune Gebilde, die an einigen Stellen aus unseren Grüns herausragen. Dahinter steckt ein ganz natürlicher Vorgang – der Schlupf der Tipula, besser bekannt als Schnaken.
Die sogenannten Lederjacken sind die Larven verschiedener Tipula-Arten. Vor dem Schlupf entwickeln sie sich zu Puppen im Boden. Diese Puppen bewegen sich zur Oberfläche und schieben sich dabei teilweise aus der Grasnarbe heraus. Nachdem die erwachsene Schnake geschlüpft ist, kann die leere Puppenhülle noch eine Zeit lang halb im Boden stecken bleiben. Gerade im Spätsommer und Frühherbst ist dieses Phänomen typisch.
Auf einem Golfgrün fallen diese Hüllen natürlich besonders auf. Leider lassen sie sich nicht einfach wegblasen oder durch das Bügeln der Grüns entfernen, weil sie teilweise noch fest im Boden stecken. Bei der derzeitigen Menge ist auch ein Herausziehen von Hand keine realistische Möglichkeit.
Warum mähen wir sie dann nicht einfach weg?
Hier muss unser Greenkeeping abwägen. Momentan herrscht aufgrund der Witterungsbedingungen gleichzeitig ein hoher Krankheits- beziehungsweise Pilzdruck auf den Gräsern. Zusätzliche mechanische Belastungen werden deshalb immer danach beurteilt, was für die Pflanzengesundheit sinnvoll ist. Dass ein Grün kurzfristig optisch nicht vollkommen sauber aussieht, kann daher die bessere Entscheidung sein, als die Fläche unnötig zusätzlich zu belasten.
Die Puppenhüllen selbst sind zunächst einmal ein sichtbares Zeichen des Lebenszyklus der Tipula. Tipula-Larven können allerdings durchaus Schäden an Sportrasen verursachen; zusätzlich können Vögel und andere Tiere bei der Suche nach den Larven die Grasnarbe beschädigen. Deshalb gehört die Beobachtung dieser Populationen inzwischen ebenfalls zum Greenkeeping.
Für uns gilt deshalb: Pflanzengesundheit vor kurzfristiger Optik.