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Sicher fragt sich der Golfer öfter was die Greenkeeper den ganzen Tag machen. Und wieso die Greenkeeper soviele untschiedliche Maschinen haben.

Aus diesem Grund möchten wir Ihnen dieses Video "Ein Greenkeeper Tag" vorstellen. Mit diesem kurzweiligen Video bekommen Sie einen guten Einblick in das Tätigkeitsfeld eines Greenkeepers.

Vielen Dank an den Greenkeeper Verband Deutschland e.V. für die Erstellung dieses tollen Videos.

 

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von links: Jürgen Schrievers, Jörg Peter, Headgreenkeeper Marc Berger, Henk Peeters, Reinhard Ingenrieth

Bericht über die Platzbegehung mit Dr. Hardt

 

Kann er das Gras wachsen hören?

Wahrscheinlich nicht. Aber Herr Dr. Gunther Hardt, Vorsitzender im DGV-Ausschuss „Umwelt und Platzpflege“kann dem Gras ansehen und er riecht es, ob es dem Green gut geht. Nicht von ungefähr wird er der Rasendoktor genannt. Er war bereits im Februar auf unserer Golfanlage, um Vorschläge für eine Optimierung der Platzpflege zu geben.

Die Mitglieder von Haus Bey sollen in das Konzept „Golf & Natur“mit einbezogen werden, um die Maßnahmen verstehen und unterstützen zu können. Herr Elmar Claus lud daher zu einer Platzbegehung am 27.05.15 mit Herrn Dr. Hardt ein. Die Interessierten erhielten einen Einblick, wie komplex und vielschichtig der Unterhalt einer Golfanlage ist. Und dass sich die Interessen der Golfer (jeder Zeit spielen zu können) und die Bedürfnisse des Platzes (richtige, nachhaltige Pflege) und natürlich auch die wirtschaftlichen Interessen nicht immer leicht unter einen Hut bringen lassen.

An diesem sonnigen Spätnachmittag präsentierte sich unser Platz von seiner besten Seite. Aber durch die Hinweise von Herrn Dr. Hardt sieht man den Platz mit neuen Augen. Unsere phantastischen Solitärbäume kommen an manchen Stellen nicht zur Wirkung und können sich schlechter entwickeln, weil sie wegen dichter Büsche nicht genug Luft und Raum haben. Richtig, unser Platz ist inzwischen erwachsen geworden und zu einer Parklandschaft herangewachsen. Das Konzept muss entsprechend angepasst werden. Eine Lichtung der Büsche käme auch den Grüns zugute, die dadurch mehr Luft bekommen würden.

Überhaupt die Grüns: Sie sind recht empfindlich. Und wir Golfer können selbst einiges tun, um richtig schöne, schnelle und treue Grüns zu erhalten. Eigentlich selbstverständlich, dass man Pitchmarken entfernt und dies natürlich richtig (Pitchgabel von außen zur Mitte drücken, nicht von unten nach oben - dabei reißen die Wurzeln ab), dass man die Fahne nicht hinwirft sondern legt. Jede Verletzung des Grüns führt dazu, dass sich das widerstandsfähige hellgrüne Poa annua aussäen kann. Gewiss es hat hübsche Blüten, aber den Golfer und Greenkeeper erfreut es nicht, da es dazu führt, dass das erwünschte Gras mit den längeren Wurzeln (das dunkelgrüne) verdrängt wird.

Grüns sollten nur bespielt werden, wenn Nässe und Tau abgezogen wurden. Und Golfer, die auf guten Grüns spielen wollen, sollten auch akzeptieren, dass Grüns mal gesperrt werden müssen. Nässe und fehlende Luftzirkulation sind Gift für die Grüns.

Herr Dr. Hardt stach aus dem Grün von Loch 9 (eines unserer etwas problematischeren Grüns) ein senkrechtes Stück aus und konnte uns genau zeigen, wo der Boden zu sehr verdichtet war und die Wurzeln keine Luft bekamen. Das konnten sogar wir riechen.

Um die Luftdurchlässigkeit zu erhalten bzw. zu verbessern, sollten die Grüns wenigstens einmal im Monat gesandet werden. Das Aerifizieren erfolgt mit unterschiedlichen Spoons und es sollte nicht zu viel Sand verwendet werden. Nach dem letzten Aerifizieren vor dem Winter sollte nicht gesandet werden, sondern die Löcher bleiben offen, damit die Wurzeln Luft bekommen.

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass die Bunkerkanten an den Stellen, an den man aus dem Bunker das Grün anspielt, im Laufe der Jahre immer höher geworden sind? Ja, die kleinen Mengen Sand bewirken das. Wenn der angehäufte Sand dann zu hoch wird, kann der Rand u.a. durch die schweren Maschinen einbrechen. Und dann wird es aufwändig, den Bunker wieder aufzubauen. Es sei zu überlegen, das Gras rund um die Bunker nicht so kurz zu schneiden.

Ebenso sei es ratsam, an den Bäumen einen schmalen Rand stehen zu lassen. Die Bälle würden darin auch gefunden und sind spielbar. Für die Greenkeeper bedeutet das weniger Arbeit und die Bäume würden nicht so leicht beim Mähen beschädigt. Und die gesparte Zeit steht für die Pflege der Grüns zur Verfügung.

Der Kampf der Greenkeeper gegen Wildkräuter, die man auf den Fairways und Grüns nun mal nicht sehen will, wurde in den letzten Jahren sehr erschwert. Seit 2012 ist der Einsatz von Fungiziden und Pestiziden - abgesehen davon dass wir uns im Wasserschutzgebiet befinden - weiter stark eingeschränkt worden und nur in Ausnahmefällen erlaubt und zukünftig ganz verboten. Im Bereich von Gewässern darf grundsätzlich nicht gespritzt werden. Die Greenkeeper müssen strenge Sicherheitsvorschriften beachten, z.B. muss der Platz beim Einsatz solcher Mittel gesperrt werden.

Der Golfer kann auch auf den Fairways viel dazu beitragen, dass sich Klee etc. weniger ausbreitet. Jedes Divot, das zurückgelegt und festgetreten wird, verhindert, dass sich die auf dem Golfplatz ungeliebten Wildkräuter, die viel widerstandsfähiger als die erwünschten Grassorten sind, dort aussäen.

Zum Abschluss zeigte uns Herr Dr. Hardt auf Loch 9 wie man mit Hilfe eines Stimpmeters die Putt- bzw. Rollgeschwindigkeit und mit einem weiteren Gerät die Treue eines Grüns feststellt. Resultat: obwohl es schon später Nachmittag war, ist die ermittelte Rollstrecke mit 265 cm schnell und die Balltreue als sehr gut zu bezeichnen. Durch weitere Pflegemaßnahmen soll das blühende, hellgrüne Poa annua weiter verdrängt und ersetzt werden durch die erwünschten Grassorten, die trockenresistenter sind und treue Grüns bieten. Die große Kunst des Greenkeepers ist aber nicht, ob die Grüns schnell oder langsam sind, sondern dass der Golfer auf allen Grüns des Platzes gleiche Bedingungen vorfindet.

Es wurden noch die verschiedenen Aspekte von Golfplatzpflege und Management angesprochen, die uns klar machten, dass dem Thema Golf & Natur ein großer Stellenwert zukommt. Ein Golfplatz entwickelt sich weiter und die Einflüsse der Natur erfordern eine ständige Anpassung und Überprüfung der Pflegemaßnahmen.

Die „Platzbegeher“waren sich einig, dass sie bei einer wünschenswerten Fortsetzung gerne wieder dabei sein würden. Es lohnt sich!!

Bericht von Christel und Jürgen Schmitz

 

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Impressionen des Greenkeeper-Teams:

 

 

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